Sternenkinder und Engelskinder

Als Sternenkinder, alternativ auch Schmetterlingskinder und Engelskinder, werden Babys bezeichnet, die vor ihrer Geburt schon gestorben sind. Anfangs wurden Kinder, die vor- oder nach der Geburt starben, mit einem Gewicht unter 500 Gramm als solche bezeichnet. Heute können aber auch Kinder, die über 500 Gramm wiegen, als Sternenkind bezeichnet werden. Man entschied sich für den Namen, da die Kinder im poetischen Sinne die Sterne bzw. den Himmel erreichen, noch bevor sie das Glück hatten das Licht der Welt zu erblicken. Eltern von Sternenkindern gefallen Begriffen wie Fehlgeburt oder Totgeburt vielleicht nicht, da diese Wörter sich auf eine gescheiterte Geburt konzentrieren, anstatt auf das Kind selbst. Da sie schon eine Bindung zum ungeborenen Kind aufgebaut haben, kann Fehlgeburt unsensibel erscheinen und den trauernden Eltern noch größere Schmerzen bereiten.

Die Eltern, die an Selbsthilfegruppen teilnehmen, um mit der Trauer des verstorbenen Kindes besser zurecht zu kommen, nutzen auch den Begriff Sternenkind. In manchen Fällen wird heutzutage auch ein Baby, das kurz nach der Geburt an plötzlichem Kindstod verstarb, als solches bezeichnet. Damit verstorbene Kinder unter 500 Gramm bestattet werden durften, hatten Eltern die Regierung gebeten, sie in ihr Personenstandregister eintragen zu können, denn vor 2012 wurden diese Kinder als Fehlgeburt angesehen und konnten nicht bestattet werden. Dies war ein großer und wichtiger Schritt, denn oft wurden Fehlgeburten in Krankenhäusern mit dem Klinikmüll entsorgt, oder Pharmaunternehmen erhielten sie für Forschungszwecke.

Falls auch Sie Eltern von einem Sternkind sind, oder Bekannte haben, die um ein verstorbenes Kind trauern, dann empfiehlt es sich über Ihre Gefühle offen zu sprechen. Das können Sie zum Beispiel in Selbsthilfegruppen, wo nur Eltern mit denselben Erfahrungen teilnehmen, oder auch in Online Foren, wo Sie mehr Anonymität haben tun. Und selbstverständlich sollten Sie keine Scham davor haben einen Therapeuten aufzusuchen, ob alleine, mit Ihrem Lebensgefährten, Eltern oder Ihren Kindern, die die Situation vielleicht nicht umfassend verstehen.